
Zwei zentrale Herausforderungen der modernen Prozess- und Umwelttechnik, die meist getrennt gedacht werden:
Madlen, Masterandin der Umwelt- und Verfahrenstechnik an der RWU Weingarten, hat sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit am fem Forschungsinstitut an ein Verfahren gewagt, das beides zusammenbringt: CO₂ fixieren und konzentrierte Sole behandeln. „Mich hat besonders die zugrunde liegende Idee beeindruckt. Diese Kombination ist innovativ – und genau das hat mich gereizt“, sagt sie über das Thema ihrer Arbeit.
Im Labor zeigt sich schnell: Gute Ideen sind das eine, Realität das andere. Reaktionsgleichgewichte kippen, Parameter spielen nicht immer so mit wie gedacht, und nicht jede Annahme hält der Praxis stand. „Ein durchdachtes Konzept bringt immer noch Restunsicherheiten mit sich“, ordnet Betreuer Dr. Birger Freisinger ein. „Entscheidend ist, Probleme präzise zu erkennen und mit den verfügbaren Mitteln eine Lösung zu entwickeln. Auf diese Weise konnten wir die auftretenden Herausforderungen konsequent angehen und in vertretbare Kompromisse überführen.“
Der Großteil der Forschungsleistung steckte dabei nicht in der Durchführung, sondern im Verstehen, Nachjustieren und Weiterdenken. Madlen hat sich dafür tief in die anorganische und organische Chemie eingearbeitet – weit über das klassische Umweltingenieurwissen hinaus. „Sie hat sich das notwendige Know-how mit großem Ehrgeiz aufgebaut und die Herausforderungen sehr gut gemeistert“, so Dr. Freisinger.
Am Ende steht kein perfekter Prozess, sondern eine fundierte Analyse der aktuellen Möglichkeiten. Das Verfahren funktioniert und erweist sich als vielversprechender Ansatz. Dabei zählen CO₂-Partialdruck, Amin-Basizität und Lösungsmittelwahl zu den entscheidenden Stellschrauben für eine gezielte Weiterentwicklung. Die Arbeit legt somit den Grundstein für eine optimierte Umsetzung des Konzepts und eröffnet eine vielversprechende Perspektive für dessen zukünftige Realisierung.
Lösungen entstehen selten linear. Diese Erkenntnis hat Madlen während ihrer lehrreichen Zeit am fem gewonnen: „Wenn man motiviert und offen an komplexe Fragestellungen herangeht, findet man trotz unerwarteter Schwierigkeiten immer einen alternativen Weg.“
Dass sie diesen Weg nun konsequent weiterverfolgt, zeigt auch ihr nächster Schritt: Bereits im Januar wechselte sie zu Fichtner ins Projektmanagement. Dort bleibt sie ihren Themen treu – der Energiewende und der Dekarbonisierung der Industrie.




