Cyanidfrei reicht nicht. Ein neuer Elektrolyt muss auch technisch und reproduzierbar funktionieren.
Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer zeigte bei den ZVO-Oberflächentagen 2026, welche technischen Hürden überwunden werden müssen, wenn Silber-Grafit-Dispersionsschichten künftig aus cyanidfreien Elektrolyten abgeschieden werden sollen.
Silber-Grafit-Schichten sind für elektrische Kontakte interessant, weil der eingelagerte Grafit unter anderem selbstschmierende Eigenschaften ermöglicht. Solche Dispersionsschichten werden bislang überwiegend aus cyanidhaltigen Silberelektrolyten abgeschieden.
Ein cyanidfreies Elektrolytsystem birgt für die Industrie neue Herausforderungen, denn es muss mehr als nur Silber abzuscheiden: Grafit muss stabil dispergiert bleiben, kontrolliert in die Schicht eingebaut werden und die Qualität der Silberabscheidung darf dabei nicht leiden.
Im gemeinsamen ZIM-Projekt mit Rieger Metallveredlung untersucht das fem Forschungsinstitut deshalb gezielt das Zusammenspiel von Elektrolytchemie, Tensiden, Additiven und Prozessparametern.
Der Mehrwert für die industrielle Anwendung liegt in der Prozessbeherrschung: ein belastbares Prozessfenster, reproduzierbare Schichteigenschaften und eine verlässliche Grundlage für die spätere Übertragung in die Produktion.
Denn der Wechsel auf cyanidfreie Elektrolyte ist nur dann ein Fortschritt, wenn Funktion und Qualität der Beschichtung erhalten bleiben.
Sie entwickeln oder optimieren Dispersionsschichten, prüfen cyanidfreie Beschichtungsprozesse oder wollen bestehende Funktionsschichten neu auslegen? Wir unterstützen Sie dabei – von der stabilen Partikeldispergierung und dem kontrollierten Einbau in die Metallmatrix bis hin zur Abstimmung von Elektrolytchemie, Prozessparametern und resultierenden Schichteigenschaften.




