Behind the Thesis: Transparente Ökobilanzierung von Kupfer-Zinn-Halbzeuge  

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Wie kann die Ökobilanzierung konkrete Entscheidungen in der Fertigung unterstützen? In Uditkumar’s Masterarbeit am fem Forschungsinstitut ging es um die Entwicklung einer standardisierten Lebenszyklusanalyse (LCA) für Kupfer-Zinn-Halbzeuge auf Basis realer Prozessdaten aus einer Produktionsanlage im Labormaßstab.

Das Ziel bestand darin, einen transparenten und konsistenten Ansatz zur Bewertung der Umweltauswirkungen bei der Herstellung von Kupferprodukten zu entwickeln. Das Modell wurde in openLCA auf Grundlage primärer experimenteller Daten und relevanter Hintergrunddatensätze erstellt. Abgebildet wird die Prozesskette vom Legieren über das Stranggießen bis zum Warmwalzen.

Bei der Umweltbewertung geht es nicht nur um die Berechnung von Emissionen. Es geht darum, das gesamte Produktionssystem zu verstehen – Materialflüsse, Prozesse und die Auswirkungen methodischer Entscheidungen“, sagt Uditkumar.

Jeder Datensatz, jeder Modellschritt zwingt zur Auseinandersetzung: Was passiert hier wirklich? Und wie lässt sich das so abbilden, dass es belastbar ist?

Genau dorthin floss die meiste Arbeit: ins präzise Hinsehen, ins Hinterfragen, ins saubere Strukturieren. So entstand aus Einzelinformationen ein Gesamtbild und aus Annahmen belastbare Aussagen.

Ein gutes technisches Modell sollte nicht nur korrekt, sondern auch transparent und leicht verständlich sein. Dies gilt insbesondere für die Nachhaltigkeitsarbeit, in der Klarheit und Glaubwürdigkeit von großer Bedeutung sind”, sagt Uditkumar – und formuliert damit zugleich die wichtigste Lektion, die ihn in seinem weiteren Berufsweg begleiten wird.

Uditkumar bringt genau diese Perspektive ins Modell: analytisch stark, konsequent strukturiert, mit einem hohen Anspruch an Transparenz. Und genau hier liegt die eigentliche Stärke der Arbeit. Sie macht sichtbar, wo Umweltwirkungen entstehen und wie man sie greifbar macht, ohne sie zu vereinfachen.

Die Umweltauswirkungen werden stark durch die vorgelagerten Prozesse dominiert“, erklärt Betreuer Frank König„Der Mehrwert und zentrale Erkenntnisgewinn liegen in der detaillierten, standardisierten Modellierung der nachgelagerten Schritte – insbesondere dann, wenn Recyclingrouten künftig stärker in den Fokus rücken.“

Uditkumar, der seinen Master in Environmental Sustainability an der Technischen Hochschule Bingen abschließen wird, möchte anschließend in die Praxis, idealerweise in die Umweltverträglichkeitsprüfung. Dorthin, wo technische Analysen auf industrielle Anwendung treffen.


Patrick Wais

Press Contact

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