
Digitale Auswertung wird in der Korrosions- und Lackprüfung zunehmend genutzt. Doch wie leistungsfähig und belastbar sind die Ergebnisse digitaler Auswerteverfahren?
Lena von der Hochschule Esslingen ging dieser Frage im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am fem Forschungsinstitut nach. Im Zentrum stand die Anwendung einer digitale Auswerteeinheit auf Proben aus der Filiformkorrosionsprüfung und dem essigsauren Salzsprühnebeltest.
„Probenseitige Faktoren, wie Oberflächenbeschaffenheit und Beschichtung, die sich auf die Qualität der Auswertung auswirken, wurden zusammen mit der Software betrachtet“, fasst Lena ihren Forschungsschwerpunkt zusammen.
Die interdisziplinäre Arbeit an der Schnittstelle von Softwareentwicklung und Prüfaufgaben in der Oberflächentechnik machte unterschiedliche Sichtweisen und Herausforderungen sichtbar. Erst durch Einblicke in beide Bereiche ließen sich diese zusammenführen und gezielte Verbesserungen in der digitalen Auswertung erzielen.
Besonders deutlich zeigte sich das bei der Bewertung von Filiformkorrosion. „So konnte beispielsweise eine signifikante Diskrepanz zwischen manueller und digitaler Auswertung bei der Messung der Fadenlänge der Filiformkorrosion behoben werden“, beschreibt Betreuerin Dr. Katrin Forster-Tonigold den entscheidenden Fortschritt.
Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Digitale Auswertung liefert belastbare Resultate, wenn die Randbedingungen verstanden und berücksichtigt werden. Systematische Analyse und iterative Rückkopplung ermöglichten konkrete Weiterentwicklungen der Software.
Auch für anspruchsvolle Proben wurden Lösungen erarbeitet. Proben, die sich aufgrund ungeeigneter Oberflächen zunächst nicht digital auswerten ließen, konnten durch angepasste Softwareoptionen und gezieltes Entlacken in die Analyse integriert werden.
Der Weg dorthin verlief nicht geradlinig. „Der Zeitaufwand für einzelne Bestandteile der Arbeit fiel deutlich höher aus als ursprünglich eingeplant“, so Lena. Die detaillierte Probenauswertung verlangte Ausdauer und Präzision – Stärken, die sie laut Dr. Forster-Tonigold konsequent eingebracht hat.
Die Arbeit zeigt, wo digitale Verfahren heute stehen – und was es braucht, um sie verlässlich in der Praxis einzusetzen: ein genaues Verständnis der Randbedingungen, iterative Entwicklung und den Blick über Disziplingrenzen hinweg.


