Blasen auf Zinkdruckguss: Die wahre Ursache liegt nicht in der Galvanik

Eine Untersuchung des fem Forschungsinstituts und der Hochschule Aalen räumt mit einer gängigen Annahme auf: Blasen auf galvanisierten Zinkdruckgussteilen entstehen nicht durch Wasserstoff aus Reinigung oder Beschichtung. Sie entstehen im Guss.

Die Daten zeigen: 

  • Reinigung, Aktivierung und Kupferbeschichtung führen zu keiner nennenswerten Wasserstoffeinlagerung im Bauteil.
  • Nickelschichten speichern zwar Wasserstoff – verursachen aber keine Blasen.
  • Die wahren Auslöser sind Gussfehler wie Kaltlaufzonen und Mikrorisse, die bei suboptimalen Parametern entstehen.
  • Elektrolyt dringt in diese Defekte ein. Die Folgen: lokale Korrosion → Wasserstoff → Druckaufbau → Blasenbildung.

Das heißt: Ob ein Bauteil Blasen bildet, entscheidet der Guss – nicht die Galvanik. Unter optimalen Bedingungen (z. B. 160 °C Werkzeugtemperatur) zeigen die Proben: keine Blasen, keine erhöhten H₂-Werte, keine regionalen Unterschiede. 

Was das für Hersteller bedeutet: 

  • Weniger Reklamationen, wenn Gießereien ihre Parameter sauber einstellen
  • Weniger Fehlersuche zwischen Gießerei und Galvanik
  • Klare Verantwortlichkeiten im Prozess
  • Höhere Stabilität & Planbarkeit
  • Signifikant niedrigere Ausschusskosten
  • Weniger Nacharbeit & Ressourcenverbrauch → mehr Nachhaltigkeit

Zum vollständigen Artikel: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00202967.2025.2582345  
Vielen Dank an das Projektteam und die Autoren: Alireza Moazezi, Heidi Willing, Alexander Pfund, Christos Mangos, Lothar Kallien

Die Slides zum Download.


Patrick Wais

Ansprechpartner Presse

Patrick Wais

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