Behind the Thesis: Transparente Ökobilanzierung von Kupfer-Zinn-Halbzeuge  

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Wie kann die Ökobilanzierung konkrete Entscheidungen in der Fertigung unterstützen? In Uditkumar’s Masterarbeit am fem Forschungsinstitut ging es um die Entwicklung einer standardisierten Lebenszyklusanalyse (LCA) für Kupfer-Zinn-Halbzeuge auf Basis realer Prozessdaten aus einer Produktionsanlage im Labormaßstab.

Das Ziel bestand darin, einen transparenten und konsistenten Ansatz zur Bewertung der Umweltauswirkungen bei der Herstellung von Kupferprodukten zu entwickeln. Das Modell wurde in openLCA auf Grundlage primärer experimenteller Daten und relevanter Hintergrunddatensätze erstellt. Abgebildet wird die Prozesskette vom Legieren über das Stranggießen bis zum Warmwalzen.

Bei der Umweltbewertung geht es nicht nur um die Berechnung von Emissionen. Es geht darum, das gesamte Produktionssystem zu verstehen – Materialflüsse, Prozesse und die Auswirkungen methodischer Entscheidungen“, sagt Uditkumar.

Jeder Datensatz, jeder Modellschritt zwingt zur Auseinandersetzung: Was passiert hier wirklich? Und wie lässt sich das so abbilden, dass es belastbar ist?

Genau dorthin floss die meiste Arbeit: ins präzise Hinsehen, ins Hinterfragen, ins saubere Strukturieren. So entstand aus Einzelinformationen ein Gesamtbild und aus Annahmen belastbare Aussagen.

Ein gutes technisches Modell sollte nicht nur korrekt, sondern auch transparent und leicht verständlich sein. Dies gilt insbesondere für die Nachhaltigkeitsarbeit, in der Klarheit und Glaubwürdigkeit von großer Bedeutung sind”, sagt Uditkumar – und formuliert damit zugleich die wichtigste Lektion, die ihn in seinem weiteren Berufsweg begleiten wird.

Uditkumar bringt genau diese Perspektive ins Modell: analytisch stark, konsequent strukturiert, mit einem hohen Anspruch an Transparenz. Und genau hier liegt die eigentliche Stärke der Arbeit. Sie macht sichtbar, wo Umweltwirkungen entstehen und wie man sie greifbar macht, ohne sie zu vereinfachen.

Die Umweltauswirkungen werden stark durch die vorgelagerten Prozesse dominiert“, erklärt Betreuer Frank König„Der Mehrwert und zentrale Erkenntnisgewinn liegen in der detaillierten, standardisierten Modellierung der nachgelagerten Schritte – insbesondere dann, wenn Recyclingrouten künftig stärker in den Fokus rücken.“

Uditkumar, der seinen Master in Environmental Sustainability an der Technischen Hochschule Bingen abschließen wird, möchte anschließend in die Praxis, idealerweise in die Umweltverträglichkeitsprüfung. Dorthin, wo technische Analysen auf industrielle Anwendung treffen.

fem Forschungsinstitut goes Battery Show Europe 2026

Where Do Your Battery Technology Challenges Begin? 🪫

• Selecting the right materials?
• Understanding aging and degradation mechanisms?
• Securing access to critical raw materials?
• Managing quality variations?
• Accelerating the transfer of R&D into industrial processes?

At fem Research Institute, we work with you to tackle these challenges head-on.

Whether as an innovation partner, technology transfer expert, or problem solver, this is exactly why we are attending The Battery Show Europe 2026: to engage in meaningful discussions about challenges, opportunities, limitations, and practical solutions.

If you work in battery technologies, energy storage, materials, components, manufacturing, or the circular economy, we invite you to stop by. Let’s exchange ideas, challenge assumptions, and shape the future together.

Meet our experts:
Dr. Şeniz Sörgel, Prisca Hug, Dr. Reinhard Böck, Maximilian Braun, and Dr. Martin Opitz.

At the fare, we will be presenting our latest work in:

🔋 Sodium-ion batteries and post-lithium technologies
🔋 Redox flow batteries for stationary energy storage
🔋 Advanced materials and coatings for high-performance electrodes
🔋 Battery characterization and failure analysis
🔋 Recycling and circular approaches for battery materials
🔋 Aging, safety, and performance assessment
🔋 Scalable manufacturing processes for industrial applications

Visit us at the joint booth of e-mobil BW GmbH and Cluster Elektromobilität Süd-West.

📅 June 9–11, 2026
📍 Messe Stuttgart | Hall 1 | Booth A26

fem Forschungsinstitut goes Battery Show Europe 2026

fem Forschungsinstitut auf dem The Jewelry Symposium 2026 in Detroit

At The Jewelry Symposium, craftsmanship meets visionary material innovation.

On one of the most prestigious international platforms for materials, design, and technology in the jewelry industry, Florian Bulling presented a groundbreaking development in modern materials science for jewelry designed to endure for generations. Together with a team led by Lisa-Yvonn Schmitt, he is advancing the development of platinum-based Bulk Metallic Glasses (BMGs).

This remarkable class of materials is opening an entirely new chapter in jewelry design.

Based on platinum, these alloys challenge the conventions of traditional metallurgy. What once required extremely rapid cooling in metallic molds can now, thanks to newly developed alloy compositions, also be achieved through investment casting: the formation of an amorphous, non-crystalline structure.

The result is a material that combines the strength of steel, the elasticity of polymers, and a surface highly resistant to scratches, corrosion, and the effects of time.

For the world of fine jewelry, this represents far more than a technical innovation—it unlocks a new level of creative freedom.

A new design language emerges: fluid, precise, and uncompromisingly modern. Delicate structures, intricate geometries, and exceptional durability converge in an aesthetic that was previously beyond reach.

Through precision investment casting, these “glassy metals” can be transformed into highly intricate jewelry pieces with outstanding dimensional accuracy and surface quality. Key manufacturing challenges—including crystallization, oxidation, and shrinkage—are carefully controlled through advanced process engineering, ensuring exceptional results without compromising quality or finish.

A vision that resonated strongly with the international audience and sparked lively discussions throughout the symposium.

Many thanks to the organizers and to Jessa Cast for an inspiring and successful event.

Speaker Announcement Casting the Future: Metallic Glass Jewelry & Accessories © fem Forschungsinstitut
Florian Bulling, Abteilungsleiter Metallkunde am fem Forschungsinstitut, auf dem The Jewelry Symposium in Detroit.

fem Forschungsinstitut auf der Landesgartenschau 2026 in Ellwangen

Flora, Fauna – Forschung!
Das fem auf der Landesgartenschau 2026 in Ellwangen.

Auf der Aktionsfläche im Pavillon des Ostalbkreises dreht sich vom 18. bis 22. Mai 2026 alles um die Themen des fem Research Institutes: Innovative Werkstoffe, Edelmetalle, Beschichtungstechniken und Technologietransfer.

Wie gewinnt man aus Kohlendioxid wertvolle Rohstoffe und aus Wasser Energie? Wie helfen Fassaden aus Aluminium dabei, die Luft in Städten zu reinigen? Und wie sieht die von Digitalisierung und Robotik geprägte Industrieforschung der Zukunft aus?

Besuchen Sie uns und freuen Sie sich auf spannende Erkenntnisse und Problemlösungen aus der angewandten Forschung!

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Praxissemester am fem: „Oft liegt die Lösung näher, als man denkt.“  

Praxissemester am fem © fem Forschungsinstitut

Ein Praxissemester am fem Forschungsinstitut bedeutet: anpacken, mitdenken, gestalten – auch in Eigenverantwortung, aber immer mit einem Team im Rücken. Vor allem bedeutet es, an spannenden Forschungsthemen mitzuwirken und eigene Ideen einzubringen.

In der Abteilung Elektrochemie am fem absolvierte Florian, Bachelorstudent im Studiengang Oberflächentechnologie / Neue Materialien an der Hochschule Aalen, sein Praxissemester. Zusammen mit seiner Betreuerin Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer gibt er Einblicke in seine Zeit im Labor und die Arbeit im Forschungsprojekt. 

Drei Fragen an Florian:

Woran hast Du im Praxissemester gearbeitet? 

Ich habe im Projekt AgC-Switch gearbeitet. Ziel war die Entwicklung eines cyanidfreien Silberelektrolyten mit einem On-Off-System zur gezielten Dispersionsabscheidung von Graphitpartikeln. Dadurch entstehen selbstschmierende Silber-Graphit-Schichten, die den Verschleiß elektrischer Kontakte deutlich reduzieren.
Der funktionale Kern liegt in der reversiblen Prozesssteuerung: Im Off-Zustand werden die Partikel durch Sedimentation und Filtration aus dem Kreislauf entfernt, im On-Zustand gezielt wieder zugeführt. Methodisch basiert die Arbeit auf experimentellen Untersuchungen, gestützt auf aktuelle Fachliteratur zu Silberdispersionsschichten.

Was hat Dich fachlich am meisten überrascht?

Wie stark kleine Änderungen der Parameter das Ergebnis beeinflussen. Schon minimale Anpassungen im Abscheidungssystem können große Unterschiede bewirken. Das hat mir nochmal deutlich gemacht, wie sensibel solche Prozesse sind.

Welchen Rat nimmst Du für Deine weitere Laufbahn mit?

Fragestellungen immer vom Fundament her zu betrachten. Nicht direkt in komplexe Annahmen einsteigen und sich darin verlieren. Oft liegt die Lösung näher, als man denkt, wird aber durch zu kompliziertes Denken übersehen.

Drei Fragen an Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer

Was war für Sie der spannendste Moment in der Betreuung?

Zu sehen, wie selbstverständlich Florian praktische Laborarbeit mit fundiertem fachlichem Verständnis verbindet. Er hat Ergebnisse nicht nur sauber erarbeitet, sondern daraus eigenständig die nächsten sinnvollen Schritte abgeleitet. Genau dieser Übergang vom reinen Durchführen zum selbstständigen Mitdenken, finde ich großartig.

Welche Stärken sind Ihnen besonders aufgefallen?

Seine hohe Selbstständigkeit, Sicherheit im Labor und die professionelle Kommunikation. Man merkt, dass er bereits viel praktische Erfahrung mitbringt. Besonders bemerkenswert war auch, wie positiv und wertschätzend unsere Projektpartner ihn wahrgenommen haben. Dass es ihnen wichtig war, sich am Ende noch einmal persönlich mit ihm auszutauschen und zu verabschieden, sagt viel aus.

Was bleibt Ihnen aus der Zusammenarbeit besonders in Erinnerung?

Wie selbstverständlich Florian Verantwortung übernommen hat – sowohl fachlich als auch im Umgang mit Projektpartnern. Hier ist der „Switch“ von Forschung und Praxis gut geglückt.

Du möchtest dein Praxissemester am fem absolvieren?
Am fem gestaltest Du Forschung aktiv mit! Du übernimmst Verantwortung, arbeitest an zukunftsrelevanten Projekten und wirst Teil eines Teams, das dich fachlich weiterbringt. Bewerbe Dich hier: https://fem-online.de/karriere/ 

fem Forschungsinstitut auf der ICMCTF 2026

Dr. Martin Fenker sendet Grüße aus San Diego von der ICMCTF 2026 – einer der weltweit führenden Konferenzen für Dünnschichttechnologien und Surface Engineering.

Unter dem Leitthema „Surface Engineering: Shaping Future Materials“ traf sich die internationale Fachcommunity, um aktuelle Entwicklungen in Beschichtungstechnologien und Materialsystemen zu diskutieren.

In der Session „PVD Coatings and Technologies II“ hielt Dr. Fenker einen Vortrag zum Thema „From anode-assisted magnetron sputtering to newer developments such as inverted fireball-assisted magnetron sputtering“. Sein Beitrag befeuerte einen regen Austausch, in dessen Zentrum das große Interesse am Inverted-Fireball-Ansatz stand.

Ein Interesse, das wir – völlig unvoreingenommen 😉 – für absolut berechtigt halten. So stellt der Ansatz einen vielversprechenden und innovativen Impuls für zukünftige Beschichtungsprozesse dar und demonstriert eindrucksvoll die Dynamik, die derzeit in der Oberflächentechnik zu beobachten ist.

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Materialentwicklung unter Innovationsdruck: Kombinatorische PVD beschleunigt Dünnschichtentwicklung um den Faktor 10 bis 100  

Schwäbisch Gmünd, 27. April 2026 – Die Entwicklung neuer Beschichtungen ist für viele Unternehmen ein kritischer und risikoreicher Prozess. Denn sie entstehen noch immer in aufwändigen Einzelschritten mit hohem Zeit-, Material- und Kostenaufwand und ohne Garantie auf ein optimales Ergebnis. Gleichzeitig müssen unter immer kürzeren Innovationszyklen leistungsfähigere und nachhaltigere Dünnschichten immer schneller verfügbar sein. Am fem Forschungsinstitut wurde daher das kombinatorische PVD-Verfahren zur Entwicklung neuer Dünnschichten methodisch ausgebaut, das eine systematische und deutlich effizientere Materialentwicklung ermöglicht.

„Wir überführen die Schichtentwicklung von einem aufwändigen Trial-and-Error-Prinzip in ein systematisches Screening. Damit lassen sich komplexe Materialsysteme in einem Bruchteil der bisherigen Zeit untersuchen“, erklärt Dr. Martin Fenker, Abteilungsleiter Plasma-Oberflächentechnik am fem Forschungsinstitut.

Kern ist das sogenannte Combinatorial Magnetron Sputtering (CMS), bei dem mehrere Magnetron-Sputterquellen gleichzeitig betrieben werden. Durch die gezielte Anordnung der Quellen entstehen definierte laterale Zusammensetzungsgradienten auf einem Substrat.

Dieses Prinzip verwandelt eine einzelne Probe in eine Materialbibliothek: Statt isolierter Einzelversuche entstehen in einem einzigen Prozesslauf eine hohe Anzahl anunterschiedlichen Materialvarianten, die systematisch analysiert werden können. Eigenschaften wie Härte, Korrosionsverhalten oder optische Parameter lassen sich entlang dieser Gradienten direkt der jeweiligen Zusammensetzung zuordnen.

Im Unterschied zur klassischen Entwicklung, die auf iterativer Annäherung basiert, ermöglicht der Ansatz eine gezielte und strukturierte Durchmusterung von Materialsystemen. Der experimentelle Aufwand bzgl. der Schichtabscheidungen reduziert sich mindestens um den Faktor 10 bis 100, während gleichzeitig belastbare Zusammenhänge zwischen Zusammensetzung, Phasenbildung und Funktionseigenschaften entstehen.

Die ortsaufgelöste Charakterisierung – etwa über CIE-Lab-Farbmessungen, instrumentierte Härteprüfungen oder Korrosionstests – erzeugt dabei strukturierte Datensätze. Diese bilden die Grundlage für eine datengetriebene Materialentwicklung und den Einsatz von Methoden der Materialinformatik und Künstlichen Intelligenz.

Die Leistungsfähigkeit des Verfahrens wurde in mehreren Projekten demonstriert. Im EU-Projekt „Coloured Gold“ konnten durch kombinatorisches Co-Sputtern gezielt unterschiedliche Farbzustände in metallischen Schichten erzeugt werden. Entwicklungszyklen für die Schichtabscheidungen verkürzten sich dabei von vielen Jahren auf wenige Monate.

Im IGF-Projekt „RefMagS“ wurde die Methode auf komplexe Metallnitridsysteme übertragen. Hier zeigte sich, dass sich mechanische und chemische Eigenschaften gezielt über den Magnesiumgehalt einstellen lassen. Gleichzeitig konnten systematische Zusammenhänge zwischen Zusammensetzung, Mikrostruktur und Performance identifiziert werden.

Für die industrielle Praxis bedeutet das einen klaren Wettbewerbsvorteil: Unternehmen können Materialsysteme schneller bewerten, Entwicklungsrisiken reduzieren und ihre Time-to-Market signifikant verkürzen.

Ein einziger Beschichtungslauf ersetzt zahlreiche Einzelversuche. Das reduziert Kosten deutlich und erhöht gleichzeitig die Trefferquote bei der Entwicklung neuer Schichtsysteme“, so Fenker.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist dieser Ansatz besonders relevant. Ohne eine umfangreiche eigene F&E-Infrastruktur können sie die kombinatorische Schichtentwicklung als vorgelagerte Screening-Plattform nutzen, um geeignete Materiallösungen zu identifizieren, bevor diese in serienrelevante Prozesse überführt werden. Größere Fehlinvestitionen können so vermieden werden.

Der kombinatorische Ansatz ist flexibel skalierbar und auf zahlreiche Anwendungen übertragbar – von verschleiß- und korrosionsbeständigen Schutzschichten über dekorative Oberflächen bis hin zu optischen und funktionalen Beschichtungen sowie Anwendungen in der Energie- und Medizintechnik. Für mittelständische Unternehmen eröffnet der Ansatz damit einen deutlich effizienteren Zugang zu neuen Materialien und verkürzt den Weg von der Idee zur industriellen Anwendung erheblich.

Herstellung einer Gradientenschicht aus Platin (Pt) und Yttrium (Y). © fem Forschungsinstitut

Herstellung einer Gradientenschicht aus Platin (Pt) und Yttrium (Y), um den gesamten Legierungsbereich auf einer Probe abzubilden und deren katalytische Eignung für Brennstoffzellen zu untersuchen. Copyright: fem Forschungsinstitut.

Behind the Thesis: Aus zwei mach eins – CO₂-Fixierung trifft Wasserentsalzung  

Behind the Thesis: CO₂-Fixierung trifft Wasserentsalzung © fem Forschungsinstitut

Zwei zentrale Herausforderungen der modernen Prozess- und Umwelttechnik, die meist getrennt gedacht werden:

  1. Steigende CO₂-Emissionen erfordern neue, effiziente und nachhaltige Strategien zur Kohlenstoffbindung.
  1. Die Wasserentsalzung erzeugt neben aufbereitetem Wasser auch hochkonzentrierte Salzlösungen (Sole), deren Behandlung technisch anspruchsvoll ist.

Madlen, Masterandin der Umwelt- und Verfahrenstechnik an der RWU Weingarten, hat sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit am fem Forschungsinstitut an ein Verfahren gewagt, das beides zusammenbringt: CO₂ fixieren und konzentrierte Sole behandeln. „Mich hat besonders die zugrunde liegende Idee beeindruckt. Diese Kombination ist innovativ – und genau das hat mich gereizt“, sagt sie über das Thema ihrer Arbeit.

Im Labor zeigt sich schnell: Gute Ideen sind das eine, Realität das andere. Reaktionsgleichgewichte kippen, Parameter spielen nicht immer so mit wie gedacht, und nicht jede Annahme hält der Praxis stand. „Ein durchdachtes Konzept bringt immer noch Restunsicherheiten mit sich“, ordnet Betreuer Dr. Birger Freisinger ein. „Entscheidend ist, Probleme präzise zu erkennen und mit den verfügbaren Mitteln eine Lösung zu entwickeln. Auf diese Weise konnten wir die auftretenden Herausforderungen konsequent angehen und in vertretbare Kompromisse überführen.

Der Großteil der Forschungsleistung steckte dabei nicht in der Durchführung, sondern im Verstehen, Nachjustieren und Weiterdenken. Madlen hat sich dafür tief in die anorganische und organische Chemie eingearbeitet – weit über das klassische Umweltingenieurwissen hinaus. „Sie hat sich das notwendige Know-how mit großem Ehrgeiz aufgebaut und die Herausforderungen sehr gut gemeistert“, so Dr. Freisinger.

Am Ende steht kein perfekter Prozess, sondern eine fundierte Analyse der aktuellen Möglichkeiten. Das Verfahren funktioniert und erweist sich als vielversprechender Ansatz. Dabei zählen CO₂-Partialdruck, Amin-Basizität und Lösungsmittelwahl zu den entscheidenden Stellschrauben für eine gezielte Weiterentwicklung. Die Arbeit legt somit den Grundstein für eine optimierte Umsetzung des Konzepts und eröffnet eine vielversprechende Perspektive für dessen zukünftige Realisierung. 

Lösungen entstehen selten linear. Diese Erkenntnis hat Madlen während ihrer lehrreichen Zeit am fem gewonnen: „Wenn man motiviert und offen an komplexe Fragestellungen herangeht, findet man trotz unerwarteter Schwierigkeiten immer einen alternativen Weg.

Dass sie diesen Weg nun konsequent weiterverfolgt, zeigt auch ihr nächster Schritt: Bereits im Januar wechselte sie zu Fichtner ins Projektmanagement. Dort bleibt sie ihren Themen treu – der Energiewende und der Dekarbonisierung der Industrie.

HiHyPe – Wasserstoff auf Höchstleistung unter Druck

HiHyPe – Wasserstoff auf Höchstleistung unter Druck. Elektrochemische Wasserstoffkompression neu gedacht: effizienter, sicherer, nachhaltiger.

Ob Mobilität, Infrastruktur oder energieintensive Prozessindustrien: Hoher Druck ist für Wasserstoffanwendungen essenziell. Herkömmliche Kompressoren sind jedoch teuer, wartungsintensiv und anfällig für Verunreinigungen.

Zeit für eine alternative Lösung! 

HiHyPe (HighHydrogenPressure) adressiert die zentralen Pain Points der Industrie in Bezug auf Kosten, Materialverfügbarkeit, #Reinheit und Betriebssicherheit und leistet damit einen konkreten Beitrag zur nächsten Generation von CleanTech-Lösungen. Das fem Forschungsinstitut entwickelt gemeinsam mit dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT), elektrochemische Wasserstoffkompression (EHC) auf Basis alkalischer Membranen (AEM). 

Für Anwender bedeutet das: 

🔹 hochreiner Wasserstoff ohne mechanischen Verschleiß
🔹 geringere Betriebs- und Wartungskosten
🔹 höhere Sicherheit (keine Sauerstoffbildung im Prozess)
🔹 weniger Abhängigkeit von Platin und PFAS 

🔬 Unsere Forschungsleistung fokussiert sich auf: 

✔️ Reduktion oder Ersatz von Platin durch Ni-basierte Katalysatoren
✔️ Optimierung von Elektroden und Katalysatorbeladung
✔️ Realitätsnahe Tests für skalierbare Anwendungen 

Kurz gesagt:  Weniger kritische Materialien. Mehr Effizienz. Klare Praxisperspektive.

Unsere Material- und Oberflächenkompetenzen bringen wir auch in der Modellregion H2-Wandel Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg ein. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Forschung, Industrie und Verwaltung erarbeiten wir Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Wasserstoffwirtschaft. 

Mehr Informationen zum Projekt: https://fem-online.de/hihype/

⏳ Projektlaufzeit: 2026–2028 | Projektpartner: Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) | Projektträger: Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) | Förderkennzeichen: 01IF24704 N | Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

hihype 2026 fem final

Praxissemester am fem: „Im Rückblick erkennt man, welche Versuchsreihenfolge effizienter gewesen wäre“  

Praxissemester am fem © fem Forschungsinstitut

Mika, Student der Oberflächentechnologie / Neue Materialien an der Hochschule Aalen, absolvierte sein Praxissemester in der Abteilung Elektrochemie am fem Forschungsinstitut. Gemeinsam mit seiner Betreuerin Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer spricht er über Eigenverantwortung, Lernprozesse – und darüber, warum gute Planung in der Forschung entscheidend ist.

Mika, was hat Dein Praxissemester am fem besonders gemacht?

Mika: Besonders geschätzt habe ich das hohe Maß an Eigenverantwortung. Ich konnte meinen Arbeitstag selbst strukturieren und eigenständig entscheiden, welche Versuche als Nächstes zielführend sind. Gleichzeitig war der fachliche Austausch mit den Kolleg:innen eine enorme Bereicherung und lieferte immer wieder hilfreiche Impulse für das weitere Vorgehen.

Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer, wie haben Sie Mika in dieser Zeit erlebt?

Dr. Egetenmeyer: Was sofort aufgefallen ist, war seine sehr eigenständige und strukturierte Arbeitsweise. Er hat äußerst sorgfältig gearbeitet – sowohl in der Durchführung als auch in der Dokumentation. Hinzu kam eine schnelle Orientierung im Laboralltag und im Projektgeschehen. Man hat deutlich gemerkt, dass er bereits Vorerfahrung mitbringt. Besonders hervorheben möchte ich auch seine Verlässlichkeit und sein Verantwortungsbewusstsein.

Mika, in welchen Bereichen konntest Du konkret mitarbeiten?

Mika: Den Großteil meiner Zeit widmete ich meinem Hauptprojekt, das ich weitgehend eigenständig bearbeitete. Bei Rückfragen konnte ich mich jederzeit auf die Unterstützung des Teams verlassen. Besonders die praktische Laborarbeit und die anschließende Auswertung der Messergebnisse haben mir Freude bereitet. Spannend war auch die Mitarbeit in anderen Projekten. Vor allem technische Herausforderungen wie das präzise Aufnehmen und Beschichten von Kleinstteilen.

Was war für Dich ein prägender Moment während Deines Praxissemesters?

Mika: Als ich nach einer Reihe von Fehlversuchen durch eine gezielte Anpassung des Versuchsaufbaus endlich ein verwertbares Ergebnis erzielte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Hartnäckigkeit und Detailgenauigkeit in der Forschung der Schlüssel zum Erfolg sind.

Gab es Situationen, die Sie als Betreuerin besonders beeindruckt haben?

Dr. Egetenmeyer: Ja, definitiv. Nach einer sehr kurzen Einarbeitungszeit hat Mika begonnen, eigenständig nächste Schritte vorzuschlagen und umzusetzen – ohne große Anleitung. In Besprechungen hat er sich aktiv eingebracht und mit fachlich fundierten Beiträgen die Diskussion vorangebracht. Besonders positiv war auch, wie schnell er sich ins Team integriert hat und wie offen und zuverlässig die Kommunikation war.

Mika, was nimmst Du fachlich und persönlich aus Deinem Praxissemester mit?

Mika: Vor allem die Erkenntnis, dass Forschung ein Prozess ist. Oft erkennt man erst im Rückblick, welche Versuchsreihenfolge effizienter gewesen wäre oder an welcher Stelle Zeit und Aufwand hätten eingespart werden können. Das hat mein strukturelles Denken geschärft. Die Erfahrung, Zeit in die Vorplanung zu investieren, ist eine wertvolle Lehre für meine zukünftige Arbeitsweise.

Hat das Praxissemester Deinen Blick auf Deine berufliche Zukunft verändert?

Mika: Es hat ihn definitiv geschärft. Besonders faszinierend fand ich, wie mit unerwarteten Ergebnissen oder Komplikationen umgegangen wird. Das Analysieren unvorhersehbarer Phänomene und das gezielte Beheben von Problemen im Versuchsaufbau haben mein Interesse an der angewandten Forschung nachhaltig gestärkt.

Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer, was macht ein Praxissemester am fem aus?

Dr. Egetenmeyer: Studierende arbeiten hier in spannenden Forschungsprojekten mit realen Fragestellungen. Sie sind nicht nur „dabei“, sondern aktiv eingebunden, auch in Projektbesprechungen und Entscheidungsprozesse. Dadurch entsteht ein tiefes Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten im Team und für die Anforderungen der Praxis.

Abschließend: Mika, welchen Rat würdest Du zukünftigen Studierenden geben, die ein Praxissemester am fem machen wollen?

Mika: Eigeninitiative ist das Wichtigste. Wer sich für die Themen begeistert, nicht nur auf neue Vorgaben wartet, sondern proaktiv eigene Ideen einbringt, um das Projekt voranzutreiben, wird hier eine unglaublich lehrreiche Zeit erleben.