HiHyPe – Wasserstoff auf Höchstleistung unter Druck

HiHyPe – Wasserstoff auf Höchstleistung unter Druck. Elektrochemische Wasserstoffkompression neu gedacht: effizienter, sicherer, nachhaltiger.

Ob Mobilität, Infrastruktur oder energieintensive Prozessindustrien: Hoher Druck ist für Wasserstoffanwendungen essenziell. Herkömmliche Kompressoren sind jedoch teuer, wartungsintensiv und anfällig für Verunreinigungen.

Zeit für eine alternative Lösung! 

HiHyPe (HighHydrogenPressure) adressiert die zentralen Pain Points der Industrie in Bezug auf Kosten, Materialverfügbarkeit, #Reinheit und Betriebssicherheit und leistet damit einen konkreten Beitrag zur nächsten Generation von CleanTech-Lösungen. Das fem Forschungsinstitut entwickelt gemeinsam mit dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT), elektrochemische Wasserstoffkompression (EHC) auf Basis alkalischer Membranen (AEM). 

Für Anwender bedeutet das: 

🔹 hochreiner Wasserstoff ohne mechanischen Verschleiß
🔹 geringere Betriebs- und Wartungskosten
🔹 höhere Sicherheit (keine Sauerstoffbildung im Prozess)
🔹 weniger Abhängigkeit von Platin und PFAS 

🔬 Unsere Forschungsleistung fokussiert sich auf: 

✔️ Reduktion oder Ersatz von Platin durch Ni-basierte Katalysatoren
✔️ Optimierung von Elektroden und Katalysatorbeladung
✔️ Realitätsnahe Tests für skalierbare Anwendungen 

Kurz gesagt:  Weniger kritische Materialien. Mehr Effizienz. Klare Praxisperspektive.

Unsere Material- und Oberflächenkompetenzen bringen wir auch in der Modellregion H2-Wandel Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg ein. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Forschung, Industrie und Verwaltung erarbeiten wir Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Wasserstoffwirtschaft. 

Mehr Informationen zum Projekt: https://fem-online.de/hihype/

⏳ Projektlaufzeit: 2026–2028 | Projektpartner: Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) | Projektträger: Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) | Förderkennzeichen: 01IF24704 N | Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

hihype 2026 fem final

Praxissemester am fem: „Im Rückblick erkennt man, welche Versuchsreihenfolge effizienter gewesen wäre“  

Praxissemester am fem © fem Forschungsinstitut

Mika, Student der Oberflächentechnologie / Neue Materialien an der Hochschule Aalen, absolvierte sein Praxissemester in der Abteilung Elektrochemie am fem Forschungsinstitut. Gemeinsam mit seiner Betreuerin Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer spricht er über Eigenverantwortung, Lernprozesse – und darüber, warum gute Planung in der Forschung entscheidend ist.

Mika, was hat Dein Praxissemester am fem besonders gemacht?

Mika: Besonders geschätzt habe ich das hohe Maß an Eigenverantwortung. Ich konnte meinen Arbeitstag selbst strukturieren und eigenständig entscheiden, welche Versuche als Nächstes zielführend sind. Gleichzeitig war der fachliche Austausch mit den Kolleg:innen eine enorme Bereicherung und lieferte immer wieder hilfreiche Impulse für das weitere Vorgehen.

Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer, wie haben Sie Mika in dieser Zeit erlebt?

Dr. Egetenmeyer: Was sofort aufgefallen ist, war seine sehr eigenständige und strukturierte Arbeitsweise. Er hat äußerst sorgfältig gearbeitet – sowohl in der Durchführung als auch in der Dokumentation. Hinzu kam eine schnelle Orientierung im Laboralltag und im Projektgeschehen. Man hat deutlich gemerkt, dass er bereits Vorerfahrung mitbringt. Besonders hervorheben möchte ich auch seine Verlässlichkeit und sein Verantwortungsbewusstsein.

Mika, in welchen Bereichen konntest Du konkret mitarbeiten?

Mika: Den Großteil meiner Zeit widmete ich meinem Hauptprojekt, das ich weitgehend eigenständig bearbeitete. Bei Rückfragen konnte ich mich jederzeit auf die Unterstützung des Teams verlassen. Besonders die praktische Laborarbeit und die anschließende Auswertung der Messergebnisse haben mir Freude bereitet. Spannend war auch die Mitarbeit in anderen Projekten. Vor allem technische Herausforderungen wie das präzise Aufnehmen und Beschichten von Kleinstteilen.

Was war für Dich ein prägender Moment während Deines Praxissemesters?

Mika: Als ich nach einer Reihe von Fehlversuchen durch eine gezielte Anpassung des Versuchsaufbaus endlich ein verwertbares Ergebnis erzielte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Hartnäckigkeit und Detailgenauigkeit in der Forschung der Schlüssel zum Erfolg sind.

Gab es Situationen, die Sie als Betreuerin besonders beeindruckt haben?

Dr. Egetenmeyer: Ja, definitiv. Nach einer sehr kurzen Einarbeitungszeit hat Mika begonnen, eigenständig nächste Schritte vorzuschlagen und umzusetzen – ohne große Anleitung. In Besprechungen hat er sich aktiv eingebracht und mit fachlich fundierten Beiträgen die Diskussion vorangebracht. Besonders positiv war auch, wie schnell er sich ins Team integriert hat und wie offen und zuverlässig die Kommunikation war.

Mika, was nimmst Du fachlich und persönlich aus Deinem Praxissemester mit?

Mika: Vor allem die Erkenntnis, dass Forschung ein Prozess ist. Oft erkennt man erst im Rückblick, welche Versuchsreihenfolge effizienter gewesen wäre oder an welcher Stelle Zeit und Aufwand hätten eingespart werden können. Das hat mein strukturelles Denken geschärft. Die Erfahrung, Zeit in die Vorplanung zu investieren, ist eine wertvolle Lehre für meine zukünftige Arbeitsweise.

Hat das Praxissemester Deinen Blick auf Deine berufliche Zukunft verändert?

Mika: Es hat ihn definitiv geschärft. Besonders faszinierend fand ich, wie mit unerwarteten Ergebnissen oder Komplikationen umgegangen wird. Das Analysieren unvorhersehbarer Phänomene und das gezielte Beheben von Problemen im Versuchsaufbau haben mein Interesse an der angewandten Forschung nachhaltig gestärkt.

Dr. Ann-Kathrin Egetenmeyer, was macht ein Praxissemester am fem aus?

Dr. Egetenmeyer: Studierende arbeiten hier in spannenden Forschungsprojekten mit realen Fragestellungen. Sie sind nicht nur „dabei“, sondern aktiv eingebunden, auch in Projektbesprechungen und Entscheidungsprozesse. Dadurch entsteht ein tiefes Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten im Team und für die Anforderungen der Praxis.

Abschließend: Mika, welchen Rat würdest Du zukünftigen Studierenden geben, die ein Praxissemester am fem machen wollen?

Mika: Eigeninitiative ist das Wichtigste. Wer sich für die Themen begeistert, nicht nur auf neue Vorgaben wartet, sondern proaktiv eigene Ideen einbringt, um das Projekt voranzutreiben, wird hier eine unglaublich lehrreiche Zeit erleben.

Das fem auf der European Hydrogen Energy Conference (EHEC) 2026

„Hydrogen is a need and reality.“ (Joaquín Rodríguez, Moeve)

Hydrogen is unstoppable.“ (Jorge Palomar Herrero, Iberdrola)

Eine Konferenz, die mit solchen Aussagen zusammengefasst werden kann, zeigt eindeutig: Die Diskussion hat sich verschoben. Wir reden nicht mehr über das „Ob“, sondern über das „Wie schnell“ und „Wer mit wem“.

Bei der European Hydrogen Energy Conference (EHEC) 2026 in Sevilla kamen über 1.300 Teilnehmende aus mehr als 45 Ländern zusammen, um sich für die gemeinsame Vision einer europäischen Wasserstoffzukunft einzusetzen. Dabei zeigte sich einerseits, wie dynamisch sich Forschung, Technologie und Markt rund um Wasserstoff entwickeln, andererseits aber auch, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt.

Für uns war Dr. Mila Manolova vor Ort. Neben der Postersession „AEM Electrolyzers: Materials, Components & Stacks“, in der sie aktuelle Forschungsarbeiten des fem Forschungsinstituts präsentierte, moderierte sie eine Parallel-Session zur AEM-Elektrolyse.

Besonders eindrücklich: Die AEM-Elektrolyse hat den Schritt vom Konzept zur konkreten Skalierungsaufgabe vollzogen. Die Beiträge spannten den Bogen von der Grundlagenforschung über innovative Materialien und Fertigungsprozesse bis hin zur industriellen Umsetzung. Diese Vielfalt unterstreicht, wie entscheidend die enge Verzahnung von Forschung und Industrie ist.

Unsere Beiträge:
🔹 PGM-reduzierte Katalysatoren für PEMFC
🔹 PGM-freie Elektroden für AEM-Elektrolyse

Fazit: Materialien, Prozesse, Systeme und Märkte greifen zunehmend ineinander und entwickeln sich gemeinsam weiter. Die größten Fortschritte entstehen dort, wo Disziplinen ineinandergreifen und Kooperation beginnt.

Das fem auf der European Hydrogen Energy Conference (EHEC) 2026

Delegationsreise nach Brüssel – gemeinsam mit starken Partnern aus Wirtschaft und Forschung aus Ostwürttemberg

Ein intensives und äußerst erkenntnisreiches Programm hat uns spannende Einblicke in die Arbeitsweise der EU ermöglicht. Besonders wertvoll war für den Leiter des fem Forschungsinstituts, Prof. Dr. Holger Kaßner, der direkte Austausch zu zentralen Zukunftsthemen wie CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS), CO₂-Nutzung (CCU), Batterieforschung und dem Umgang mit PFAS.

Dabei wurde einmal mehr deutlich: Der enge Dialog zwischen Wirtschaft, Forschung und europäischer Ebene ist entscheidend, um Innovationen voranzubringen und wettbewerbsfähige Lösungen zu entwickeln. Denn so wichtig die Perspektive aus Brüssel ist – die konkreten Herausforderungen in den Regionen werden nicht immer unmittelbar sichtbar. Umso wichtiger ist es, genau hier anzusetzen und Verantwortliche, etwa für Förderprogramme, noch stärker für die Realität vor Ort zu sensibilisieren.

Wir nehmen viele wichtige Impulse mit – und freuen uns darauf, den Austausch weiter zu vertiefen. Ein herzliches Dankeschön an die IHK Ostwürttemberg für die hervorragende Organisation und Durchführung!

Und nicht zuletzt: Es ist beeindruckend zu sehen, wie eng Politik, Wirtschaft und Forschung in unserer Region zusammenarbeiten – genau daraus entsteht echte Zukunftskraft.

Das fem auf Delegationsreise nach Brüssel
Das fem auf Delegationsreise nach Brüssel

NiSkali: Edelmetallfreie Katalysatoren für die Wasserelektrolyse

N-AEMEL zeigt die technologischen Möglichkeiten – NiSkali weist den Weg in Richtung industrielle Skalierung.

Im Vorgängerprojekt (N-AEMEL) konnten wir nachweisen, dass Nickel-Schwefel-Katalysatorschichten (Ni-S) eine leistungsfähige und kostengünstige Alternative zu Edelmetallen für Anode und Kathode in der alkalischen Membran-Wasserelektrolyse (AEM-WE) darstellen.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Hohe katalytische Aktivität durch vergrößerte elektrochemisch aktive Oberfläche. 
  • Reduzierter Ladungsübertragungs- und ohmscher Widerstand. 
  • Verbesserter Elektroden-Membran-Kontakt.
  • Deutlich geringere Material- und Prozesskosten durch galvanische Abscheidung.

❗ Bei der Wasserstoffentwicklung übertrifft Ni-S den etablierten Pt/C-Katalysator!

Auch auf der Anode zeigt sich großes Potenzial: Durch partielles S-Leaching entstehen aktive NiOOH-Strukturen, die die katalytische Aktivität erhöhen und die Sauerstoffentwicklung deutlich verbessern.

💡 Zur Einordnung: Die AEM-Elektrolyse gilt als vielversprechende Technologie zur kostengünstigen Wasserstofferzeugung. Insbesondere, da sie ohne Edelmetalle auskommt und gleichzeitig flexibel auf erneuerbare Energien reagieren kann.

🚀 Und jetzt? NiSkali setzt sich das Ziel, eine technologisch und wirtschaftlich tragfähige Lösung für die industrielle AEM-Elektrolyse zu entwickeln.

🎯 Der Fokus des Projekts liegt auf:

  • Optimierung von Elektrolyten und Abscheidungsprozess
  • Gezielte Steuerung des S-Leachings und der Mikrostruktur
  • Entwicklung geeigneter Vorbehandlungsstrategien
  • Skalierung der Elektrodenfertigung (Faktor 10)
  • Langzeitstabilität und Alterungsverhalten

    PS: Für die Skalierung der Wasserstoffwirtschaft braucht es innovative Materialansätze und starke Netzwerke entlang der Wertschöpfungskette. Als Mitglied der Modellregion H2-Wandel Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg bringen wir unsere Expertise genau hier ein. In Workshops, Schulungen und individuellen Formaten beraten wir Sie auch gerne persönlich!

    ⏳ Projektlaufzeit: 2026–2028 | Projektpartner: Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) | Projektträger: Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) | Förderkennzeichen: 01IF24616N | Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

    Mehr Informationen zum Projekt: https://fem-online.de/niskali/

    linkedin grafik niskali fem

    Personalwechsel am fem Forschungsinstitut zum Volljährigen: Beate Bäuerle übergibt die Assistenz der Institutsleitung

    Personalwechsel am fem Forschungsinstitut: Beate Bäuerle übergibt die Assistenz der Institutsleitung

    Nach 18 Jahren engagierter Tätigkeit am fem Forschungsinstitut steht ein Personalwechsel in der Assistenz der Institutsleitung an. Seit ihrem Eintritt im Jahr 2008 war Beate Bäuerle eine zentrale organisatorische und strategische Stütze des Instituts und begleitete zahlreiche Entwicklungen, Projekte und Meilensteine.

    Impulsgeberin für eine familienbewusste Unternehmenskultur

    Bereits früh setzte Frau Bäuerle wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Ab 2010 engagierte sie sich maßgeblich für Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und trieb entsprechende Initiativen innerhalb des Instituts voran.

    Dieses Engagement trug wesentlich dazu bei, dass das fem Forschungsinstitut 2017 erstmals mit dem Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ ausgezeichnet wurde. Vergeben wird die Auszeichnung von den Arbeitgeberverbänden und dem Landesfamilienrat Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

    2022 folgte erfolgreich die Rezertifizierung, und dank ihres kontinuierlichen Engagements darf das Institut das Prädikat auch im Jahr 2026 weiterhin tragen.

    Organisationstalent hinter wichtigen Projekten und Meilensteinen

    Neben diesem wichtigen Themenfeld begleitete Beate Bäuerle zahlreiche organisatorische und strukturelle Entwicklungen des Instituts. Dazu zählen unter anderem der Wechsel in der Institutsleitung im Jahr 2022 sowie bedeutende infrastrukturelle Projekte, wie den Bau des Applikationslabors sowie des Innovationslabors.

    Auch bei institutsweiten Veranstaltungen war sie eine tragende organisatorische Kraft. Unter ihrer Federführung wurden unter anderem das 90-jährige Institutsjubiläum sowie das 100-jährige Jubiläum erfolgreich gefeiert.

    Personalwechsel am fem Forschungsinstitut: Beate Bäuerle übergibt die Assistenz der Institutsleitung

    Zentrale Rolle in Organisation und Compliance

    Darüber hinaus verantwortete und koordinierte Frau Bäuerle zahlreiche Querschnittsthemen innerhalb der Institutsorganisation. Dazu gehörten unter anderem Aufgaben im Bereich Datenschutzmanagement, die Einführung und Betreuung entsprechender Softwarelösungen sowie Schulungen für Mitarbeitende. Ebenso war sie in das Vergabemanagement eingebunden und unterstützte die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Während der Corona-Pandemie übernahm Frau Bäuerle zudem zentrale organisatorische Aufgaben im Gesundheits- und Schutzmanagement des Instituts und trug dazu bei, den Institutsbetrieb unter besonderen Bedingungen zuverlässig aufrechtzuerhalten.

    Wichtige Stütze im Institutsalltag

    Über die Vielzahl an Projekten und Aufgaben hinaus war Frau Bäuerle im Institutsalltag eine verlässliche Ansprechpartnerin für Kolleginnen und Kollegen. Mit ihrem organisatorischen Überblick, ihrer Erfahrung und ihrer Hilfsbereitschaft trug sie wesentlich zu einem funktionierenden Arbeitsumfeld und zum Zusammenhalt im Institut bei.

    Der Abschied von Beate Bäuerle fällt nicht leicht. Mit ihr verlässt eine außergewöhnlich geschätzte, verlässliche und für das Institut über viele Jahre prägende Persönlichkeit das fem Forschungsinstitut. Zugleich freue ich mich sehr für sie, dass nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt, den sie hoffentlich mit viel Freude und in vollen Zügen genießen kann. Über nahezu zwei Jahrzehnte hat sie die Arbeit der Institutsleitung und die Entwicklung des Instituts mit großem Engagement, beeindruckender Umsicht und einem sicheren Blick für das Wesentliche begleitet“, betont Institutsleiter Prof. Dr. Holger Kaßner.

    Personalwechsel am fem Forschungsinstitut: Beate Bäuerle übergibt die Assistenz der Institutsleitung

    Nach 18 Jahren am Institut – sozusagen zum „Volljährigen“ – endet nun diese prägende Phase in der Assistenz der Institutsleitung. Das fem Forschungsinstitut sagt daher vor allem eines:

    Herzlichen DANK für Ihr langjähriges Engagement und die zahlreichen Impulse, die Sie in dieser Zeit eingebracht haben!

    Die Nachfolge übernimmt ab sofort Kader Kaymakçi. Sie erreichen Frau Kaymakçi künftig unter folgender E-Mail-Adresse: Kaymakci@fem-online.de

    Projekttreffen KupferDigital2 am fem

    Am fem Forschungsinstitut trafen sich vergangene Woche die Industrie- und Forschungspartner des Projekts KupferDigital2

    Das zweitägige Projekttreffen diente dem Austausch und Setzen neuer Impulse für die Entwicklung eines Materialdatenraums und eines digitalen Produktpasses für den Werkstoff Kupfer.

    Im Projekt werden Material-, Prozess- und Nachhaltigkeitsdaten entlang des gesamten Kupferlebenszyklus – von der Legierungsentwicklung über die Fertigung bis hin zum Recycling – semantisch verknüpft und über Wissensgraphen zugänglich gemacht. Am Beispiel der Fertigung eines Steckverbinders werden dabei Produktionsdaten und LCA-relevante Daten erfasst, um Materialeffizienz und Umweltwirkungen besser quantifizierbar zu machen.

    Angesichts steigender Anforderungen an transparente Lieferketten und Nachhaltigkeitsberichterstattung wird deutlich: Zukunftsfähige Industrieprozesse benötigen eine neue Qualität digital verfügbarer und nachvollziehbarer Materialdaten. 

    Das Projekt ist Teil der BMFTR-Förderinitiative Plattform MaterialDigital, die den Aufbau digitaler Dateninfrastrukturen für die Materialforschung vorantreibt.

    Vielen Dank an alle Projektpartner für den offenen Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit!

    projekttreffen kupferdigital2 2026 fem

    Behind the Thesis: Natrium gleichmäßig abscheiden – was Strom, Substrat und Geometrie ausmachen  

    Behind the Thesis: Natrium gleichmäßig abscheiden – was Strom, Substrat und Geometrie ausmachen © fem Forschungsinstitut

    Wie scheidet man Natrium so ab, dass am Ende eine möglichst kompakte, flächendeckende Metallschicht entsteht? Genau dieser Frage ist Denis am fem Forschungsinstitut für seine Bachelorarbeit im Studiengang Oberflächentechnologie/Neue Materialien an der Hochschule Aalen nachgegangen.

    Um die nächste Generation von Natriummetall-Batterien zu entwickeln, hat Denis sich intensiv mit der elektrochemischen Na-Abscheidung und unterschiedlichen Abscheidungsparametern beschäftigt. Denn wie gleichmäßig sich Natrium mithilfe von elektrischem Strom aus einem Elektrolyten auf ein Substrat abscheiden lässt, hängt von mehreren Stellschrauben ab. 

    Für die Herstellung der Natriumschichten hat Denis verschiedene Stromführungen getestet: galvanostatisch (konstanter Strom), potentiostatisch (konstantes Potenzial) und Pulsstrom. Letzteres bedeutet, dass der Strom in kurzen Pulsen fließt. Außerdem kamen drei etherbasierte Elektrolyte und unterschiedliche Substrate zum Einsatz – von klassischer Kupferfolie bis hin zu kohlenstoffbasierten Materialien wie Graphitfaservlies. Auch die Geometrie spielte eine Rolle: Kanten, Rundungen und Flächen beeinflussen die lokale Stromdichte und damit, wo sich besonders viel Natrium abscheidet. 

    Besonders spannend wurde es bei der Frage, wie stark sich die Abscheidung steuern lässt. Betreuer Dr. Reinhard Böck fasst dies so zusammen: „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Stromparameter und Substratwahl entscheidend sind und dass man die Natriumabscheidung gezielt beeinflussen kann.“ Vor allem Pulsstrom erwies sich als vielversprechend: homogenere Schichten, bessere Stromausbeute. Auch beim Material zeigte sich ein klarer Trend: „Mit amorphen, kohlenstoffbasierten Substraten haben wir bessere Abscheidungsergebnisse erzielt als mit reinen Kupfer- oder Aluminiumfolien“, so Böck. Gegen Ende der Arbeit ließen sich so Versuchsparameter definieren, mit denen kompakte Natriumschichten von über 15–20 µm realisierbar sind. 

    Für Denis war neben der Facharbeit vor allem der Arbeitsmodus prägend. „Mich hat überrascht, wie selbstständig und frei strukturiert ich arbeiten konnte, und dass gleichzeitig immer Unterstützung da war.“  

    Der Rat seines Betreuers, Experimente sauber zu planen und konsequent zu dokumentieren, ist ein wichtiges Mitbringsel für seine Karriere. „Das hat mir die Durchführung deutlich erleichtert und wird mir auch in Zukunft helfen“, sagt Denis

    Doch auch Rückschläge gehörten dazu. Die Suche nach einem geeigneten Elektrolyten gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Gerade der konstruktive Umgang mit experimentellen Schwierigkeiten hat mir gezeigt, dass in jedem Rückschlag auch Erkenntnis steckt.“ Daraus entstanden neue Versuchsansätze. 

    Dr. Reinhard Böck hebt genau das hervor: „Denis war hervorragend vorbereitet, hat sehr akkurat gearbeitet und sich auch von anfänglichen Schwierigkeiten nicht entmutigen lassen.

    Ausdauer, Präzision und die Bereitschaft, Versuchsreihen immer wieder neu zu denken – Stärken, von denen jede Forschungsarbeit profitiert.

    Und wie geht es weiter? Denis plant den Einstieg ins Berufsleben, idealerweise im Bereich elektrochemische Energiesysteme. Sein Ziel: fachlich weiterwachsen und gleichzeitig mit seiner Arbeit einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag leisten. 

    Wir sagen: Klingt nach einem guten Plan und wünschen alles Gute.

    fem Forschungsinstitut erhält erneut das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“

    Ein klares Zeichen für eine zeitgemäße Unternehmenskultur. Nachdem das fem im vergangenen Jahr erneut evaluiert wurde (wir berichteten), durften Kader Kaymakçi und Patrick Wais vergangene Woche in Stuttgart die Auszeichnung im feierlichen Rahmen entgegennehmen.

    1 von 363 Organisationen in Baden-Württemberg 

    Seit 2013 hat familyNET 363 Organisationen in Baden-Württemberg ausgezeichnet, die sich für ein familienfreundliches und modernes Personalmanagement einsetzen. Das fem Forschungsinstitut wurde 2017 erstmals prämiert, 2022 erfolgreich rezertifiziert und fast zehn Jahre später, dürfen wir das Prädikat weiterhin tragen.

    Die erneute Auszeichnung bestätigt unseren Anspruch, Vereinbarkeit nicht punktuell zu denken, sondern dauerhaft in unserer Arbeitskultur zu verankern. Familienbewusstsein heißt für uns Verlässlichkeit im Alltag: zuhören, Strukturen weiterentwickeln und Verantwortung gemeinsam tragen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bedeutet das, die Balance zu halten – und die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden ebenso wie die Anforderungen unseres Instituts verantwortungsvoll miteinander zu verbinden“, betont Prof. Dr. Holger Kaßner.

    Im Rahmen der Veranstaltung nahm Patrick Wais an der Podiumsdiskussion „Nachhaltige Vereinbarkeit – im Gespräch mit rezertifizierten Unternehmen“ teil und teilte seine persönlichen Erfahrungen zur Vereinbarkeit. Er gab Einblicke in unsere Praxis, beispielsweise in die Gestaltung flexibler Arbeitsmodelle, die digitale Zusammenarbeit und konkrete Maßnahmen zur Unterstützung von Mitarbeitenden bei der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen. 

    familyNET Prädikat fem Forschungsinstitut © Frank Eppler

    © Frank Eppler

    Schluss mit Forschung in Zeitlupe: Prof. Dr. Holger Kaßner im Gespräch mit der Gmünder Tageszeitung

    „Inzwischen ist es so, dass viele Firmen staatliche Förderung nicht mehr wollen, weil ihnen der bürokratische Aufwand und die Dauer der Bearbeitung zu hoch ist.“ 

    Prof. Dr. Holger Kaßner

    So beschreibt Prof. Dr. Holger Kaßner die aktuelle Lage im Gespräch mit der Gmünder Tagespost.

    Das strukturelle Problem: Fördermechanismen und Marktgeschwindigkeit driften zunehmend auseinander. Während Märkte in Monaten denken, funktionieren Teile unseres Innovationssystems noch in mehrjährigen Zyklen. Hinzu kommen weniger öffentliche Mittel, sinkende Förderquoten und Unternehmen, die bei Forschungsausgaben zuerst kürzen.

    Mittendrin: das fem Forschungsinstitut.
    Statt auf stabilere Rahmenbedingungen zu hoffen, nimmt das fem 2026 die Zügel selbst in die Hand und setzt auf strukturelle Beweglichkeit. Kompetenzen werden ausgebaut, Rollen neu definiert. Ziel ist es, wissenschaftliche Exzellenz mit Marktnähe, Prozessgeschwindigkeit und unternehmerischem Denken zu verbinden.

    Denn Unternehmen, die weiterhin in F&E investieren, erwarten heute:

    • anschlussfähige, marktreife Ergebnisse in Monaten statt in Jahren
    • klare wirtschaftliche Perspektiven
    • deutlich weniger Bürokratie

    Diese Geschwindigkeit entsteht jedoch nicht von selbst. Sie muss organisatorisch gelernt und verankert werden.

    Spannend ist deshalb weniger die Krise als unsere Reaktion darauf. Sie kann als #Realitätscheck für das eigene und für das insgesamt vorherrschende Innovationssystem verstanden werden.

    Denn die eigentliche Frage geht über ein einzelnes Institut hinaus: Wie zukunftsfähig ist unser Innovationsmodell, wenn Förderlogik und Marktdynamik weiter auseinanderlaufen?

    Zum vollständigen Artikel der Gmünder Tagespost: Schluss mit Forschung in Zeitlupe: Gmünder fem will sich neu erfinden

    statement kacheln kaßner fem