08.07.2021

Forschung, Frauen, Förderung: Bundestagskandidatin Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) zu Gast am fem

Forschung und Wissenschaft seien ja längst keine reinen Männerdomänen mehr, erläuterte Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka in seiner Präsentation des Forschungsinstituts Edelmetalle + Metallchemie: "Wir haben am fem seit vielen Jahren einen hohen Frauenanteil und zwar auf allen Ebenen, von den Technikerinnen über unsere wissenschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Mitarbeiterinnen bis zu den Abteilungsleiterinnen." Das wollte sein Gast Ricarda Lang, die nicht nur stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen ist und als Direktkandidatin im Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd für den kommenden Bundestag kandidiert, sondern auch frauenpolitische Sprecherin ihrer Partei ist, natürlich genauer wissen: Wie gelingt es dem Forschungsinstitut, hochqualifizierte und motivierte Frauen nach Schwäbisch Gmünd zu bekommen, hat man dafür eine besondere Strategie? Eine große Strategie sei gar nicht nötig, antwortete Zielonka, es genüge, perfekte Rahmenbedingungen zu bieten. Dazu zählten der problemlose Wiedereinstieg nach der Elternzeit, sehr flexible Arbeitszeitmodelle und eine Institutskultur, in der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie großgeschrieben wird. Das alles sei nötig, um Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen langfristig ans Institut zu binden, denn ohne personelle Kontinuität sei es unmöglich, Erfahrung, Kompetenz und eingespielte Teams aufzubauen.

Ein gutes Beispiel dafür sei der Forschungsschwerpunkt Energietechnik, der in den letzten zehn Jahren in der Abteilung Elektrochemie aufgebaut wurde. Heidi Willing, die gemeinsam mit Dr. Seniz Sörgel die Abteilung leitet, gab Lang einen Überblick über die Arbeit an neuen, elektrochemisch hergestellten Oberflächen und Materialien, die z.B. in neuartigen Lithium-Schwefel-Batterien und in kompakten Brennstoffzellen für Fahrräder und Scooter zum Einsatz kommen sollen. "Unter den Gesichtspunkten Energiewende und grüne Industriepolitik sind das zweifelsohne sehr spannende und richtungsweisende Themen", so Ricarda Lang. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist es, so Willing, einerseits wichtig, bestehende Konzepte weiter zu optimieren, aber auch neue, innovative Ansätze aufzuzeigen. Und für diese Innovationen sei die Kooperation mit klein- und mittelständischen Unternehmen im Rahmen von öffentlich geförderten Forschungsprojekten von entscheidender Bedeutung. Institutsleiter Andreas Zielonka gab schließlich zu bedenken, dass der geforderte Technologietransfer in den Mittelstand ohne finanziell gut ausgestattete Förderprogramme nicht stattfinde. Glücklicherweise habe man in Deutschland mit der von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) koordinierten Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) zwei bewährte und effiziente Systeme, die es weiterhin zu stärken gilt: "Wir haben am fem und in den Instituten der Innovationsallianz Baden-Württemberg viele hervorragend begutachtete Projekte, die nur deshalb nicht zum Zuge kommen, weil die Mittel fehlen." Sein Wunsch an Ricarda Lang und an den zukünftigen Bundestag: Eine wirtschaftsnahe und anwendungsorientierte Forschungspolitik, die neue Wege beschreitet, ohne die bestehenden, leistungsfähigen Instrumente zu verwerfen.

Bild: Ricarda Lang (Mitte) mit Heidi Willing und Dr. Andreas Zielonka

 

 
08.07.2021

Batterien mit metallischen Lithium-Elektroden – fem und Fraunhofer IEE kooperieren

Batterien mit metallischen Lithium-Elektroden versprechen höhere Energie- und Leistungsdichten. Allerdings kann es in diesen Batterien zu elektrochemischen Prozessen kommen, die ihre Sicherheit und Leistung beeinträchtigen. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) entwickelt nun in dem vom BMWi geförderten Projekt „metaLit“ Modelle, mit denen sich diese Prozesse simulieren lassen. Die Software kann genutzt werden, um die Algorithmen in Batteriemanagementsystemen zu verifizieren. Das erspart teure, aufwändige Tests mit realen Batterien. Der Modellierung geht eine experimentelle Analyse durch das Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallchemie (fem) voraus.

Weitere Informationen finden Sie hier!

Bild (fem): In-situ-Lithium-Dendritenwachstum während der elektrochemischen Lithiumabscheidung in 1 M LiPF6 in EC/DMC (1:1) bei einer Stromdichte von 1 mA/cm² in einer In-situ-Testzelle (EL-Cell GmbH, ECC-Opto-Std), visualisiert mit dem Lichtmikroskop Keyence VHX-5000 bei 150-facher Vergrößerung.

 

 
05.07.2021

CO₂ in wertvolle Ressourcen umwandeln – Präsentation von Dr. Mila Manolova

Aufgrund der Umweltschäden, die mit der Nutzung fossiler Brennstoffe verbunden sind, sollte der CO₂-Fußabdruck aller Industriezweige in den nächsten Jahrzehnten deutlich reduziert werden. Die elektrochemische Reduktion von CO₂ ist eine Technologie, mit der es möglich ist, das schädliche Abfallprodukt CO₂ in ein vielfältiges Spektrum wertvoller Ressourcen umzuwandeln. Galvanisch abgeschiedene Zinn-, Zinn-Bismut- oder Bismut-basierte Katalysatoren auf verschiedenen Gasdiffusionselektroden (GDEs) sind für die CO₂-Reduktion aufgrund ihrer nicht-toxischen Eigenschaften, niedrigen Kosten und der Fähigkeit, mit hoher Selektivität Ameisensäure zu produzieren, von großem Interesse. Um sowohl eine hohe Katalysatoroberfläche in Kontakt mit dem Elektrolyten als auch eine gute Zugänglichkeit des CO₂ zu erreichen, sollte der Katalysator homogen in den Poren der GDE verteilt sein, und zwar an der so genannten Tripelphasengrenze (TPB), wo gas- und elektrolytbenetzte Poren in engem Kontakt stehen.
In ihrer fünfminütigen Präsentation stellt Dr. Mila Manolova erste Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) geförderten Projekts Galvanische Metall-Abscheidung zur Herstellung effizienter 3D-Elektroden für die elektrochemische CO₂-Reduktion vor.

 

 
08.06.2021

Forschungs- und wirtschaftspolitischer Dialog mit MdL Tim Bückner (CDU)

Der frischgebackene Landtagsabgeordnete und gebürtige Gmünder Tim Bückner (CDU) war zum ersten Mal Gast am fem Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallkunde: „In Zeiten großer Herausforderungen ist es mir besonders wichtig, mit den Akteuren in Wirtschaft und Forschung in kontinuierlichem Austausch zu stehen – zum Wohle meines Wahlkreises Schwäbisch Gmünd und des Landes Baden-Württemberg“, betonte Bückner. Zu diesen Akteuren zählt auch das fem und so standen die Zukunftsthemen und Zukunftspläne des Forschungsinstituts im Mittelpunkt der Diskussion mit Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka. Zielonka präsentierte die vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsthemen des Instituts auf den Gebieten der Materialwissenschaft und Oberflächentechnik, die derzeit in 24 öffentlich geförderten Projekten bearbeitet werden: „Es gibt ja kein technisches Produkt, das nicht aus einem Werkstoff gefertigt wird und irgendeine Oberflächenbehandlung erfährt. Wo immer es um Herausforderungen im Umgang mit metallischen Materialien und Oberflächen geht, ist das fem seit bald einhundert Jahren der richtige Ansprechpartner“, so Zielonka.

Am Ende des Rundgangs durch das fem stand die Besichtigung des Nachbargrundstücks, auf dem das fem in den kommenden zweieinhalb Jahren den Erweiterungsbau K15 und viele hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen möchte. „Wirtschaftspolitische Klugheit heißt für mich, ganz genau zu prüfen, welche Entwicklungen in und für die Stadt und die Region sinnvoll und zukunftsträchtig sind. Das fem als Motor für technische Innovationen im Mittelstand und als Arbeitgeber für gut ausgebildete und engagierte Forscherinnen und Forscher gehört für mich unbedingt dazu“, unterstrich Tim Bückner. Er freue sich auf die Präsentation der ersten Pläne für den Neubau K15 beim nächsten Besuch am fem.

 

 
20.05.2021

Freie Stellen am fem: Institutsleiter, Kaufmännischer Allrounder (m/w/d) und mehr.

Am fem sind derzeit vier neue Stellen zu besetzen:

  • Institutsleiter m/w/d
  • Technischer oder wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter (Galvano- und Oberflächentechnik) m/w/d
  • Wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter (Analytik) m/w/d

Bewerben Sie sich noch heute!

 

 
30.03.2021

Girls-Day am 22. April 2021

Not macht wohl bekannt nicht nur erfinderisch, sie macht auch unglaublich kreativ. Während wir im vergangenen Jahr aufgrund von Corona keinen Girls-Day veranstalten konnten, erfinden wir das Format in diesem Jahr neu: Das fem veranstaltet, gemeinsam mit zwei weiteren innBW-Instituten (DITF und NMI), seinen ersten digitalen Girls-Day. Auch wenn die Forscherinnen von morgen nicht persönlich ans Institut kommen können, nehmen wir sie mit in die Welt der Wissenschaften. Auf virtuellen Laborführungen lernen sie unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen, erfahren mehr über deren persönliche Beweggründe und können Experimente live verfolgen. Einige der Versuche werden sogar zuhause und unter Anleitung der Forschenden durchgeführt – für einen abwechslungsreichen Tag ist also gesorgt. Weitere Informationen zum Girls-Day „innBWgung! Auf LabTour in drei Forschungsinstituten“ finden Sie hier – dort erfolgt auch die Anmeldung.

Wir freuen uns auf einen spannenden Tag mit interessierten Nachwuchsforscherinnen!

 

 
17.03.2021

Metallisches Massivglas: Edler Platinschmuck aus einem revolutionären Material 

Nicht transparent, aber annähernd so hart wie Stahl, mit einer außerordentlichen Oberflächengüte und schon bei relativ niedrigen Temperaturen formbar wie Kunststoff: Das sind  die Eigenschaften von metallischen Gläsern auf Platinbasis, die seit einigen Jahren am fem in Schwäbisch Gmünd erforscht und entwickelt werden. Gläser heißt diese Materialklasse, da sie im Unterschied zu herkömmlichen Metalllegierungen keine regelmäßige Kristallstruktur, sondern eine unregelmäßige bzw. amorphe Struktur wie Fensterglas aufweist. Daraus resultieren neben den bereits genannten Qualitäten auch Vorteile für die Herstellung von Schmuckstücken oder Uhrengehäusen: Im Vergleich zum konventionellen Verfahren können metallische Gläser auf Platinbasis bei Temperaturen geschmolzen und gegossen werden, die bis zu 1000 °C unter den üblichen Werten liegen. Und die typische Erstarrungsschrumpfung, die bei Platinschmucklegierungen einen Großteil des Ausschusses ausmacht, bleibt aus. Das spart nicht nur Geld und Ressourcen, sondern schont auch die Anlagentechnik.

In einem unlängst abgeschlossenen, im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekt IGF 19979 N konnte das fem in Kooperation mit dem Lehrstuhl für metallische Werkstoffe der Universität des Saarlandes und acht Industriepartnern den Nachweis einer Eignung der Platingläser als Schmuckwerkstoff und für das Feingussverfahren erbringen. Für Lisa-Yvonn Schmitt, die seit Januar 2021 das Nachfolgeprojekt IGF 21469 N am fem koordiniert, kommt es nun darauf an, den Reifegrad des entwickelten Feingussverfahrens deutlich in Richtung industrielle Fertigung zu steigern: „Die Materialklasse der metallischen Gläser stellt ganz eigene und hohe Anforderungen an den Herstellungsprozess. Im Hinblick auf die zukünftige industrielle Nutzung arbeiten wir im neuen Projekt an der Optimierung des Prozesses. Wenn uns das gelingt, können wir die Defizite des konventionellen Platinschmuckgusses überwinden und neue Verarbeitungsmöglichkeiten aufzeigen.“ Die nickelfreien und hautverträglichen Platingläser würden Schmuckgestaltern eine ganz neue Designvielfalt eröffnen, denn dank der niedrigen Gießtemperaturen könnten Steine schonender miteingegossen werden. „Die thermoplastische Formbarkeit im Bereich von ca. 220 bis 270 °C ermöglicht außerdem sehr filigrane Gestaltungen der Oberflächen, z.B. feingliedrige Strukturen, mit denen Hologrammeffekte erzielt werden können“, so Schmitt.

Eine wesentliche technologische Hürde, die im laufenden Projekt überwunden werden soll, ist die hohe Abkühlrate. Grundvoraussetzung für eine amorphe Erstarrung der Platinschmelze ist eine sehr hohe Abkühlgeschwindigkeit; dauert die Erstarrung zu lange, kristallisiert die Schmelze. Mit anderen Worten: Es kommt nicht zur Bildung eines metallischen Glases. Gewöhnlich werden metallische Glasschmelzen in metallische Formen gegossen, da nur in ihnen die erforderlichen Kühlraten realisiert werden können. Für den Feinguss komplexer Schmuckteile aber sind phosphatgebundene Einbettmassen nötig. „Wir wollen den Prozess so optimieren, dass eine hinreichend schnelle Erstarrung auch in diesen Formen möglich sein wird“, erläutert Schmitt, die zuversichtlich in die Zukunft blickt: „Wenn uns in den kommenden zwei Jahren die ressourcenschonende Herstellung von dekorativen und funktionstragenden Platinteilen auf industriellem Niveau gelingt, haben wir das wichtigste Ziel erreicht.“

Bild: Im Feingießverfahren hergestellter amorpher Solitaire-Ring aus der Platinlegierung Pt42,5Cu27Ni9,5P21 (at%) (Bild: fem)

 

 
12.03.2021

Negativ ist positiv: Corona-Schnelltests am fem

Gesundheitsbeauftragte Beate Bäuerle: Gesundheit und Sicherheit haben absolute Priorität

Mittlerweile hat man sich auch am fem längst an die außergewöhnlichen Umstände gewöhnt: Maskenpflicht auf den Fluren, in den Labors und Gemeinschaftsbüros; umfassende Hygienemaßnahmen und strikte Abstandsregeln; kaum Besuch von Partnern aus Wirtschaft und Forschung, dafür viel mobiles Arbeiten und täglich zahlreiche Konferenzen und Besprechungen am Bildschirm. „Was wir vor einem Jahr vielleicht noch etwas skeptisch betrachtet haben, Stichwort Videokonferenz und Home Office, gehört ja mittlerweile zur Normalität“, so Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka. 

Von Corona-Fällen sei das Forschungsinstitut in der Katharinenstraße bisher glücklicherweise verschont geblieben, ergänzt Beate Bäuerle, die am fem unter anderem für das betriebliche Gesundheitsmanagement verantwortlich ist. Damit das so bleibe und der Betrieb weiterhin ungestört fortgesetzt werden könne, setze man nun auch auf SARS-CoV-2-Antigentests. Gemeinsam mit Hartmut und Claudia Schaal von der Rems-, Pfauen- und Parlerapotheke in Schwäbisch Gmünd wurde nun die erste Schnelltest-Runde durchgeführt: 43 Tests, alle negativ. „Ein sehr schönes Ergebnis. Die Sicherheit und die Gesundheit meiner Kolleginnen und Kollegen liegt mir wirklich sehr am Herzen“, sagt Beate Bäuerle, die mit gutem Beispiel voran ging und gleich den ersten Termin am frühen Morgen wahrnahm. Wann die große Entwarnung und das Ende der Corona-Krise verkündet werden wird, könne derzeit keiner sagen, darum werde man die Schnelltests nun wöchentlich wiederholen. 

Bild: Beate Bäuerle lässt sich von Hartmut Schaal auf SARS-CoV-2 untersuchen

 

 
08.03.2021

Wahlen und Wasserstoff: Die Politik zu Gast am fem

Im Vorfeld der diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg durfte das fem eine Reihe von Politikern und Kandidaten im Institut begrüßen. In den Gesprächen mit Jakob Unrath, Andreas Stoch (beide SPD) und Martina Häusler (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) standen vor allem industrie- und energiepolitische Fragestellungen im Vordergrund: Welche Rolle spielen Batterien, welche Rolle der Wasserstoff für die Mobilität und Energieversorgung der Zukunft?

Hier finden Sie den Bericht von Martina Häusler!

Bild: Martina Häusler (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) im Gespräch mit Institutsleiter Dr. Andreas Zielonka

 

 
19.01.2021

Elektrochemie am fem: Neue Abteilungsleitung und inhaltliche Ausrichtung

Nach zwanzig Jahren an der Spitze der Abteilung Elektrochemie hat Dr. Renate Freudenberger zum Jahresbeginn 2021 die Leitung an Heidi Willing und Dr. Şeniz Sörgel übergeben. Freudenberger promovierte im Fachbereich Chemie an der Universität Karlsruhe und war mehrere Jahre in der Galvanobranche mit der Entwicklung industrieller elektrochemischer Prozesse befasst, bevor sie 1996 ans fem kam. Die Funktion als Abteilungsleiterin der Abteilung Elektrochemie hatte sie seit 2001 inne und füllte diese mit großem Engagement und hoher Professionalität aus. Ihre Forschungsgebiete reichten von der klassischen Elektrolyt- und Schichtentwicklung, der Abscheidung aus ionischen Flüssigkeiten über Themen aus der Elektronik und Mikrostrukturtechnik bis hin zu Elektrolysethemen sowie zur Brennstoffzellen- und Batterietechnik. Parallel dazu pflegte Frau Dr. Freudenberger zahlreiche Industriekontakte, aus denen wichtige Projekte für die Auftragsforschung des fem hervorgingen, war in verschiedenen Verbänden aktiv und als Gutachterin von Forschungsprojekten für die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) tätig.

Mit der Übergabe der Abteilungsleitung geht eine inhaltliche Neuausrichtung einher, die sich auch im Namen der Abteilung widerspiegelt: Neben die klassische Galvanotechnik, die bereits seit 2019 von Frau Heidi Willing verantwortet wird, tritt die Energietechnik, repräsentiert von Frau Dr. Şeniz Sörgel. Ein konsequenter Schritt, denn die Themen der elektrochemischen Energietechnik haben in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an Bedeutung gewonnen; sie sind Schlüsseltechnologien für eine erfolgreiche Energiewende und für die Elektromobilität. Seit über 10 Jahren werden am fem im Rahmen von Forschungsprojekten innovative Konzepte für Brennstoffzellen, Elektrolyse und Batterien entwickelt.

Frau Dr. Sörgel studierte zunächst Chemie in Ankara und erhielt nach ihrem Master-Abschluss in Elektrochemie ein Stipendium für ihre Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. Nach der Promotion war sie drei Jahre lang als Projektleiterin beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart tätig. Sie leitete dort die Batterieaktivitäten zum Thema Lithium/Schwefel. 2013 kam sie ans fem und baute dort mit Unterstützung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) das neue Labor für Batterietechnologie grundlegend auf. Mittlerweile konnten vier Batterie-Projekte erfolgreich abgeschlossen werden, drei weitere sind derzeit in Bearbeitung.

„Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Abteilungsleiterin wird der weitere Ausbau unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Energietechnik sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Heidi Willing – zwischen der Galvanotechnik und der Energietechnik gibt es große Synergien. Die Forschungsergebnisse aus unseren Projekten sollen einen wichtigen Beitrag für die Energiewandler der nächsten Generation leisten und dabei vor allem den deutschen Mittelstand stärken“, so Sörgel.